• Home   /  
  • Archive by category "1"

Hadmut Danisch Dissertation Defense

Dieses Blog [forschungsmafia.de] ist im Oktober 2009 als Ausgliederung der Themen rund um unlautere Wissenschaft aus meinem persönlichen Blog unter danisch.de entstanden. Was ursprünglich nur als ein gelegentliches Thema von vielen gedacht war, hat sich dann doch in einem solchen Umfang gemausert, daß ich die Artikel in ein separates Blog ausgelagert und dem Ding einen neuen Namen gegeben habe.

Auch die Beobachtung, daß die Zustände an den Universitäten in Deutschland immer schlimmer werden, daß Betrug, Schwindel und Korruption[wp] immer mehr zum Berufsbild deutscher Wissenschaftler gehören, und daß wir uns in der Metamorphose von der Demokratie (oder was auch immer) in den Korruptions­staat mit immer flächen­deckenderer, immer offenerer, immer mehr gesellschaftlich gebilligter Korruption befinden, läßt mich vermuten, daß das Blog auch weiterhin sowohl Leser als auch "Brennstoff" finden wird.

Eine Kriminalitätsform bildet sich

Sagen wir's mal deutlich: So mancher Bereich Deutscher Wissenschaft und so mancher Lehrstuhl an deutschen Universitäten kommen nicht mehr weit hinter Prostitution und Drogenhandel. Abschreiben und Plagiieren sind nur die Einstiegs­drogen, verhalten sich zu Korruption wie Haschisch zu Heroin. Die Befähigung und die Bereitschaft zu Betrug, Schmier­geld­geschäften, Hochstapelei und Vettern­wirtschaft sind für die Hoch­schul­karriere inzwischen eine viel wichtigere Zutat geworden als die wissenschaftliche Befähigung und Redlichkeit.

Im Forschungs- und Hochschul­bereich gibt es Geld. Viel Geld. Jedes Jahr Milliarden aus Steuer­geldern, dazu riesige, schwer abzuschätzende Drittmittel, Honorare, Schmiergelder aus der Wirtschaft und anderen Quellen. Es locken gutbezahlte Beamten­stellen auf Lebenszeit ohne feste Dienstzeiten, ohne Vorgesetzte, ohne konkrete Anforderungen, dafür mit Freizeit und - je nach Fach - Dienstreisen an die schönsten Orte der Welt, einschließlich längerer Auslands­aufenthalte. Dazu reichhaltige Titel, Grade und anderes Lametta am Namen, mit erheblichem Ansehen in der Bevölkerung und unverhältnis­mäßig hohem Einfluß auf Öffentlichkeit, Politik, Rechtsprechung, Medien. Wer "Doktor" heißt, hat Recht, und wer "Professor" heißt, ist ein Gott, unfehlbar.

Zustände, die in einer unseligen Wechsel­beziehung zur Kriminalität stehen: Einerseits ziehen sie Charaktere an, die zu einer sehr elastischen Auslegung von Spielregeln neigen, andererseits verstärken sie kriminelle Wesenszüge, weil man ein Umfeld geschaffen hat, in dem der Kriminelle jeden Vorteil gegenüber dem Ehrlichen hat. Der kriminell arbeitende (Schein-)Wissen­schaftler kommt zu weitaus mehr Veröffentlichungen, Auszeichnungen und Drittmitteln als der Ehrliche, den einzigen Qualitäts­währungen im Hochschul­umfeld, und zudem zu mehr Geld in der Tasche. Wir haben eine Situation wie im Radsport vor dem Doping-Crash oder im Finanz­wesen vor der Finanzkrise: Wer dopt, wer absurde Produkte verkauft, der radelt den anderen davon. Der Ehrliche radelt hinterher, gilt als Versager.

Dazu kommt eine strukturell bedingte Unfähigkeit zu solidarischem, ehrlichen Handeln[ext], die zu einer Zersetzung der sozialen Fähigkeiten - und wissenschaftliche Ehrlichkeit ist letztlich auch eine soziale Fähigkeit - führt. Der Karriere­weg im Hochschul­bereich beizt förmlich alle ehrlichen seriösen Wesenszüge ab. Übrig bleibt entweder gar nichts oder das, was man heute als modernen Professor ansieht.

Dazu kommt eine Entwicklung, die seit etwa Anfang/Mitte der neuziger Jahre eingesetzt hat, die aus zwei Komponenten besteht. Zum einen ist da die Kommerzialisierung von allem und jedem, auch der Wissenschaft. Alles - ob Bahn, Elektrizität, Telefon oder eben auch Universität - muß plötzlich geführt werden wie ein börsen­orientiertes Unternehmen. Inzwischen hat man schon die Bezeichnungen gewechselt, der Rektor heißt nicht mehr Rektor, sondern Vorstands­vor­sitzender. Nur daß die Universität im Gegensatz zur Wirtschaft kein vom Markt bewertetes Produkt erstellen müssen, sondern unabhängig von Qualität und Menge aus Steuer­geldern alimentiert und Professoren auf Lebenszeit verbeamtet werden. Sie benehmen sich wie ein Konzern, aber tun nur so als ob. Unter der Haube wollen sie Behörde bleiben.

Die andere Komponente ist der Wegfall jeglicher Kontrolle und eine faktisch nicht mehr existierende Bindung an geltendes Recht. Universitäten können heute in manchen Bundesländern tun und lassen, was sie wollen. Disziplinar­vorgesetzte gibt es nicht mehr, die Staatsanwaltschaften sind politisch partiell sediert. Während die Politik auf der einen Seite schreit, daß das Internet kein rechtsfreier Raum sein dürfe, hat man auf der anderen Seite leise und klamm­heimlich die Universitäten völlig aus dem Rechts­system gehoben und zu einem Korruptions­experimentier- und -spielplatz gemacht. Hier wird die Korruption ausgebrütet, die in den nächsten 5 bis 20 Jahren zur Staatsform werden soll.

Manche bezeichnen diese Entwicklung als Neoliberalismus.

Wissenschaftszirkus - Elfenbeinturm

Voraussetzung und eine Ursache des Problems ist, daß sich die Universitäten jeglicher objektiver und weltlicher Bewertung entzogen haben. Sie haben sich eine völlig eigene Welt von Bewertungskriterien und -verfahren geschaffen, mit denen sie zuverlässig ausschließen, nach irgendwelchen äußeren Kritieren bewertet zu werden. Man bewertet sich selbst. Je höher in der Hierarchie man steht, desto selbster bewertet man sich.

Das führt zu dem monströsen Effekt, daß in der Universität Leistungen in der Außenwelt als wertlos gelten, während selbst geringste inner­universitäre Leistungen, ja schon das völlig leistungs­freie steuer­bezahlte Dahin­existieren als solches, absurd über­bewertet werden. Das hängt auch mit einer chronischen Leistungs­armut an den Universitäten zusammen. Abgesehen von einigen wenigen spektakulären Entdeckungen in einigen wenigen Fächern herrscht da im Forschungs­bereich ein großes Leistungs­vakuum. Der Durch­schnitts­wissen­schaftler verfilzt in seinem Alltag, ohne jemals ernstlich etwas zu leisten oder jemals nennenswerten Leistungs­anforderungen gegenüber zu stehen. Ähnlich wie das Immunsystem, das in hygienischer Abwesenheit von Bedrohung Über­reaktionen auf kleinste Reize in Form von Allergien hervorbringt, ähnlich wie das Rauschen eines bis zum äußersten Anschlag aufgedrehten Verstärkers dröhnt die universitäre Eigen- und Gegen­seitig­keits­lob­maschinerie schon beim kleinsten Hauch einer Leistung hoch. Sich selbst und sich gegenseitig zu loben, auszuzeichnen, zu feiern, zu ehren ist ein wesentlicher Bestandteil des wissenschaftlichen Lebens. Wo gibt es noch eine Branche, die sich selbst andauernd und ständig in so vielen Fest- und Feier­stunden preist und rühmt? Und wo gibt es eine Branche, die gleichzeitig so wenig tatsächliche Leistungen aufzuweisen hat? Die Verstärker sind so weit aufgedreht, daß schon das thermische Rauschen zu karriere­fördernden Leistungs­spitzen hochgejubelt wird.

Die Folge ist, daß es an der Universität kaum noch echte Qualifikationen gibt. Die meisten Professoren, die im Universitäts­umfeld als Fachleute für ein Gebiet gelten, sind nicht durch Wissen und Können, sondern durch Konsens und Selbst­ernennung zum Experten geworden. Weil es niemand nachprüft und es keine echten Anforderungen gibt, kann sich ein Professor immer als Koryphäe für alles ausgeben. Professoren vieler Fächer sind von heute auf morgen immer führende Wissenschaftler für das, wofür es gerade Geld gibt.

Ich habe es selbst in einem Berufungs­verfahren zu einer Professur zum Thema IT-Sicherheit erlebt, daß man jemand, der das Fach nie erlernt hat, der noch nie ein Sicherheits­system gebaut und noch nie Feind- und Angreifer­kontakt hatte, der Grund­begriffe nicht beherrscht, der sich nie mit mehr als einigen wenigen Randbereichen befaßt hat, der sich einfach nur als Universitäts­mitarbeiter selbst zum Sicherheits­spezialisten ernannt hat, für höchst­qualifiziert hielt, während man bei einem externen Konkurrenten 10 Jahre echte Berufs­erfahrung nicht nur wertlos, sondern sogar als unerwünscht einstufte. Schwindel und Hochstapelei sind keine vereinzelten Ausnahme­erscheinungen, sondern der Regelfall. Der befähigte Professor, der sein Gebiet tatsächlich kennt und darin erfahren ist, ist in vielen Fächern die seltene Ausnahme. Eine ganze Reihe von Professoren hat kaum Ahnung von ihren angeblichen Fachgebieten und lebt allein von der übersteuerten Selbstbewertung, dem Fehlen jeglicher Anforderungen und den Mitarbeitern, die die Arbeit erledigen.

In der Konsequenz hat man sich hoch­manipulative Werte­systeme geschaffen. Der Wert eines Wissenschaftlers wird praktisch nur noch in der Länge seiner Veröffentlichungs­liste, der Menge der Zitate und der Zahl der Auszeichnungen (und neuerdings auch in der Summe der herangeschafften Drittmittel) gemessen. Alles andere wird ausgeblendet. Das Veröffentlichungs­system wird immer hochgelobt, der Peer Review würde Qualität geradezu erzwingen, der Impact Factor[wp] die einzige werthaltige Währung sein.

Bei näherer Betrachtung erweist sich das gesamte Publikations­system als groß­angelegter Schwindel und Korruptions­markt. Da ist nichts, was einer Nachprüfung standhielte.

Die allermeisten wissen­schaftlichen Veröffentlichungen, die den Autor angeblich bis zur Professur und darüber hinaus qualifizieren und allerlei Drittmittel anbringen, sind das Papier nicht wert. Völlig nutzloses Geblubber, oft geklaut, gefälscht, gekauft. Immer mehr der angeblich so heiligen Journale und Konferenzen stellen sich als Fake heraus. Es ist längst kein Geheimnis mehr, daß sich regelrechte Zitier- und Editor-Kartelle bilden, bei denen man sich auf Gegen­seitigkeit zitiert, in Journale aufnimmt, zu Konferenzen einlädt, auszeichnet, ja sogar in Berufungs­vorschläge aufnimmt, um sich so gegenseitig die Veröffentlichungs- und Erfolgslisten aufzuschäumen.

Das ganze System besteht nur noch aus Schwindel und Betrug. Und das ist zwangsläufig, denn wo erst einmal Schwindel und Betrug zu solchen selbst­auf­schaukelnden Kartellen führen, hat der Ehrliche keine Chance mehr, hat keine Aussicht mehr, ein Berufungs­verfahren zu gewinnen. Es ist ein System entstanden, in dem die Täter sich selbst bewerten, in dem die Mafia[wp] die Gesetze diktiert, in dem nur noch der Bock zum Gärtner wird. Es ist ein regelrechter Evolutions­druck entstanden, weil sich der Betrüger vermehrt, der Ehrliche eingeht. Was derzeit in der Wissenschaft passiert ist ungefähr das, was in einem See passiert, der aus dem Gleichgewicht geraten ist und "umkippt".

Ich kenne keinen anderen gehobenen Beruf, an den so wenig greifbare Anforderungen bestehen, und dessen Ausbildung so nebulös und substanzlos ist, wie den des Professors. Es gibt überhaupt keine erkennbare, keine gelehrte, keine abgeprüfte Fähigkeit, die ein Professor beherrschen müßte. Unglaublich viele Professoren können nichts, einfach nichts, haben nie etwas gelernt außer sich in einem korrupten Netzwerk zu bewegen. Wer in einem Supermarkt Wurst verkaufen will, muß mehr lernen und nachweisen als jemand, der in Deutschland auf Lebenszeit hochbezahlter Professor wird und dann Gutachten für Prüfungen, Gerichte, Politik und Wirtschaft schreibt. In der Universität wird Kompetenz nicht erarbeitet oder erlangt, man wird dazu ernannt - notfalls von sich selbst.

Wer erst einmal auf der Beamtenstelle auf Lebenszeit angekommen ist, muß nichts mehr lernen und kann abschalten. Ich kenne bis heute keinen einzigen deutschen Professor (von wenigen Juristen abgesehen), der sich auch nur ansatzweise mal damit befaßt hätte, was ein Prüfer oder ein Sachverständiger zu tun hat. Ich habe Leute erlebt, die es bis zur Emeritierung geschafft haben ohne zu wissen, welche Anforderungen an einen Prüfer gestellt werden oder daß das überhaupt ein rechtlich gebundener Akt ist und daß es Rechtsprechung dazu gibt. Ich habe Professoren erlebt, die als Sachverständige überheblich verkünden, was falsch und richtig sein soll, und keine Ahnung haben, wovon sie reden, nichts erklären, nichts begründen, nichts verteidigen können. Und die das, was sie begutachten, nie gelesen haben. Weil sie glauben, daß sie als Professor völlig willkürlich oder nach Gefälligkeit behaupten können und sollen, was Geld, Gefälligkeit bringt. Nimmt man sie hoch, fallen sie aus allen Wolken, weil sie eine andere Art der "Begutachtung" nicht kennen und noch nie erfahren haben. Viele Fakultäten sind so flächen­deckend inkompetent, daß sich der Hochstapler[wp] seiner Hochstapelei schon gar nicht mehr bewußt wird und sich subjektiv tatsächlich für kompetent hält.

Genauso willkürlich, wie die eigene Überschätzung ist die Unterschätzung der Wissenschaft für alles, was außerhalb der Community, außerhalb der Zitierzirkel steht. Jegliche Kritik von außen wird mit den immer gleichen Worthülsen abgetan, zerredet, ignoriert. Oft wird die Kritik dabei schon damit als gegenstandslos angesehen, daß man den Urheber unerwünschter Kritik als Person für irrelevant und unbeachtlich erklärt. So wie man häufig Professoren mit steigender Reputation als unangreifbar und unfehlbar ansieht, stuft man Außenstehende regelmäßig als unbeachtlich, als un­wissen­schaft­lich, als nicht satisfaktions- und nicht recht­habens­fähig ein, nicht als Person die mit einer eigenen Meinung aufzutreten befugt ist. Wer nicht mindestens Doktor ist, kann aus Sicht der universitären Schöpfungs­lehre mangels akademischer Existenz weder Meinung noch Recht haben.

Ein System, das "richtig" und "falsch" völlig in Willkür und Belieben stellt und jeglicher Argumentation und Nachprüfung den Boden unter den Füßen wegzieht. Was an den deutschen Universitäten stattfindet ist das Gegenteil von Wissenschaft, denn Wissenschaft ist die Suche nach Wahrheit mit objektiven und nach­prüfbaren Methoden. Stattdessen herrschen Willkür, Standes­dünkel, archaische Hierarchien. Das System ist klerikal[wp], es ist feudal[wp], es ist mafiös[wp]. Mit Wissenschaft hat es nichts mehr zu tun.

Zusammengefaßt hat das Problem in Deutschland drei Hauptursachen:

  • Professoren werden zu Beamten auf Lebenszeit ernannt. Sie werden nicht gekündigt, haben faktisch keine Disziplinar­aufsicht, keinen Vorgesetzten zur Leistungs­kontrolle, und werden selbst bei einer Nulllinie in der Leistung über­durch­schnittlich bezahlt. Sie haben keine Dienst­zeiten, können im wesentlichen tun und lassen, was sie wollen, und die wenigen Dienst­pflichten, die sie haben, faktisch von ihren Mitarbeitern erledigen lassen. Die Korruption ist damit initial erzwungen.
  • Man überläßt dem System, sich selbst zu bewerten, sich mit Veröffentlichungen, Zitierungen, Auszeichnungen sich selbst zu bewerten und dabei hoch­korruptive Wertmaßstäbe anzulegen. Man stellt Wissen­schaft­lich­keit generell als unantastbar, als von Außen­stehenden nicht zu hinterfragen hin. System­theoretisch gesprochen hat man das System seiner negativen Rück­kopplung und damit der Voraussetzung für Stabilität beraubt. Die Korruption ist selbstverstärkend.
  • Man gestattet dem System, den eigenen Nachwuchs auszuwählen und sich dabei über jegliches Recht hinwegzusetzen. Die Korruption ist generations­über­greifend fortpflanzend und verstärkt sich durch Evolutions­druck.

Die Auswirkungen auf Ausbildung, Rechtsprechung und unseren ehemaligen technologischen Vorsprung sind katastrophal.

Geldgier und Gelddruck als Leistungssport

Zu alledem kommt eine weitere Komponente als käme Benzin zum Feuer. Der Staat ist pleite und propagiert immer stärker die Korruption als Finanzierungs­modell der Universitäten, so wie ein Zuhälter seine Bediensteten auf die Straße schickt. Es wird inzwischen ganz offiziell die Meinung vertreten, daß Professoren sich - auch unter Zuhilfe­nahme von Korruption - selbst finanzieren sollen und daß Titel­handel zu den gebilligten Einnahme­quellen zählt, wenn der Preis stimmt.

Das Universitäts­system versinkt - politisch gebilligt und gewollt - in einem Sumpf aus Korruption[wp], Gefälligkeits­wissen­schaft, Inkompetenz und Titel­handel. Die Universitäten werden dekadent.

- [22]

Was mir auffällt ist, dass wissenschaftliche Studien referenziert werden, aus denen dann irgendwelche Schlüsse gezogen werden, die in der Studie an sich nicht bewiesen wurden, aber als Begründung für Thesen herhalten müssen. Es wurden also gerade keine Experimente gemacht, die das ganze irgendwie wissenschaftlich untermauern würden. Das passt gut zu der geäußerten These der Pseudo-Wissenschaft.

Beispiel:

S. 113 “Marcus ging zwar nicht so weit zu behaupten, dass das kantig-eckige Design dazu tendierte, weiße Amerikanerinnen von der Nutzung fernzuhalten, jedoch legt sein Ansatz diesen Schluss nahe.”

S. 224 “Es ist zu vermuten, dass die Resultate korrekt durchgeführter Tests mit Personen der realen Zielgruppe zu einer Öffnung des Zugangs zu den digitalen Städten und einer besseren Gebrauchtauglichkeit geführt hätten…”

Anderenorts fehlen Quellen ganz, es wird wild vermutet:

S. 154 “Für virtuelle Männer scheint eine solche aufopfernde Haltung nicht überzeugend, sie werden mit einem anderen gesellschaftlichen Status ausgestattet und würden sich die beschriebenen Arbeitsbedingungen vermutlich nicht gefallen lassen.”

Darüber hinaus scheint die Dame, obwohl sie im Bereich promoviert hat, von Informatik an sich keine Ahnung zu habe. So schreibt sie:
“Dort [in der Informatik] bezeichnen Skripte kleine Programme, die ein striktes Protokoll darstellen, bei dem jeder noch so kleine Schritt des technischen Systems sowie der Bedienung der Technologie im Vorhinein festgelegt wird.”

Zunächst einmal verwendet sie den Begriff Protokoll, den zumindest ich in meinem Studium in der Informatik primär mit Netzwerkoperationen kennen gelernt habe. Dann behauptet sie, jeder Schritt stünde vor Ablauf fest. Dass es auch dynamisches Nachladen von Code geben kann wird in dieser Definition weggelassen, wobei dynamisch gelinkte Bibliotheken (Windows Benutzern bekannt durch die Endung .dll) nun wirklich nichts radikal neues sind.

Zur “Bedienung der Technologie” kann gesagt werden, dass es für Blinde Screenreader gibt, die einfach den Text auf dem Bildschirm erfassen. Im Skript an sich muss das nicht bedacht sein.

One thought on “Hadmut Danisch Dissertation Defense

Leave a comment

L'indirizzo email non verrà pubblicato. I campi obbligatori sono contrassegnati *